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Über mich


Ein Gespräch


Herr Jauss, Heilpraktiker für Psychotherapie mit dem Schwerpunkt Hypnose und Coaching, wie passt das zusammen?

Ralph Jauss:
Das passt sehr gut zusammen. Der therapeutische Ansatz der Hypnose zielt auf individuelle Störbilder eines Menschen, während der Coaching-Ansatz auf die Rolle und Wahrnehmung der Funktion abzielt. Dann gibt es eine Zone, in der beide Themen sich überschneiden. Wichtig jedoch ist: es geht um Menschen. Es geht um ihre Schwierigkeiten und Probleme, ihre Ziele und Ressourcen und um den Zustand der Zufriedenheit. Insofern passen Therapie und Coaching sehr gut zusammen.

Würden Sie uns etwas über Ihren beruflichen Werdegang erzählen?

Ralph Jauss:
Ja, gerne. Ich habe in einem ersten Berufsleben eine technische Ausbildung bei der Lufthansa absolviert. Das Beste, was mir passieren konnte. Eine exzellente Ausbildung in einem innovativen Unternehmen und Flugzeuge begeistern mich noch heute. Danach habe ich studiert, zunächst Flugzeugbau, dann Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und hatte die Möglichkeit, als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu promovieren.

Mein erster Job in der „freien Wirtschaft“ war eine echte Herausforderung. Plötzlich war ich Geschäftsführer eines großen Non-Profit-Unternehmens. Verantwortung für 1.000 Mitarbeiter, ohne wirkliche Berufserfahrung, ohne Führungsverantwortung. Ich selbst hätte mich selbst nicht eingestellt und ich habe danach jedes „Fettnäpfchen“ mitgenommen, das auf meinem Weg lag. Aber es war eine Schule fürs Leben. Ich habe sehr viel gelernt über Menschen und ihre Beweggründe.

Danach habe ich eine Position als Personalleiter eines Unternehmens mit 500 Mitarbeitern angenommen. Eine hochinteressante Aufgabe, in der der Kontakt zu den Mitarbeitern mit Ihren Problem und Schwierigkeiten sehr eng war. Mir war es wichtig nicht am Schreibtisch zu entscheiden, sondern im persönlichen Gespräch. Das war manchmal ziemlich hart. Ich erinnere mich an einen Mitarbeiter, der wiederholt angetrunken an seinem Arbeitsplatz erschien. Ich habe immer wieder das Gespräch mit ihm gesucht und ihm Vorschläge und Hilfe unterbreitet, wie er von seiner Sucht los kommt. Es hat alles nichts genutzt und ich habe mich vollkommen hilflos gefühlt. Dann habe ich bei den Anonymen Alkoholikern angerufen und die habe mir geraten, diesem Mitarbeiter zu kündigen. Das habe ich dann gemacht, aber es ist mir sehr schwer gefallen.

Meine nächste Station war eine Tätigkeit als Vertriebsleiter in einem kleinen Dienstleistungsunternehmen. Das war etwas ganz anderes. Plötzlich musste ich verkaufen und bei den ersten Versuchen scheiterte ich kläglich. Aber ich habe mich in das Thema verbissen und wurde immer erfolgreicher.

Nach meiner Tätigkeit als Personalleiter und Vertriebsleiter wurde ich von einer Personalberatung angesprochen, weil ich aus deren Sicht die optimalen Vorrausetzungen mitbrachte. Das habe ich dann viele Jahre gemacht – zunächst als Angestellter, später als Selbstständiger. In dieser Zeit habe ich mich auch mit Coaching beschäftigt und erste Hypnose-Seminare besucht.

Wenn ich meinen Berufsweg einmal Revue passieren lasse, fällt auf, dass ich immer Positionen wahrgenommen habe, in denen ich viel kommunizieren mußte.

Was macht aus Ihrer Sicht einen guten Hypnotherapeuten aus?

Ralph Jauss:
An erster Stelle steht sicherlich eine gute Ausbildung. Je besser jemand ausgebildet ist, desto eher kann er (oder sie) auf Methoden zurückgreifen, die zum Patienten passen und Erfolg versprechen. Wenn ein Hypnotherapeut dann noch Heilpraktiker für Psychotherapie ist, umso besser. Und letztendlich ist selbstverständlich die Chemie entscheidend. Natürlich kann mich auch ein unsympathischer Mensch hypnotisieren – aber wenn ich jemanden sympathisch finde, vertraue ich ihm eher.

… und einen guten Coach?

Ralph Jauss:
Natürlich sollte ein guter Coach über Methodenkompetenz verfügen. Viel wichtiger ist jedoch Erfahrung. Wie soll ich eine Führungskraft erfolgreich coachen, wenn ich nicht selbst einmal Menschen geführt oder gar ein Unternehmen geleitet habe? Wie soll ich Verständnis für die Situation eines Vertriebsmanagers haben, wenn ich nicht selbst einmal dessen Druck verspürt habe. Insofern ist es wichtig bei der Auswahl eines Coaches auf dessen beruflichen Background zu achten.

Und für beide Aufgaben ist es meiner Meinung nach wesentlich, die Menschen zu mögen. Wenn ich ihnen gegenüber eine Abneigung habe, kann ich weder ein guter Therapeut noch ein guter Coach sein.

Kommen wir zurück zu Ihnen. Was sind Sie für ein Mensch?

Ich glaube was mich auszeichnet, ist Authentizität. Ich habe mich nie verbogen für eine Sache, hinter der ich nicht stehe. Und dann würde ich mich als extrem neugierig beschreiben. Ich habe in meinem Leben immer wieder Neues ausprobiert und mir Herausforderungen gesucht. Dabei ist es wichtig, auch einmal die Komfortzone zu verlassen, aber auch eigene Grenzen zu kennen. Aber das Erkunden neuer Möglichkeiten, das hat mich immer schon gereizt. Ansonsten bin ich ein Familienmensch. Meine Familie ist mir sehr wichtig. Den Rückhalt den sie mir geben, die Verlässlichkeit und die Zuneigung; das ist es, was zählt. Beim Sport und bei langen Spaziergängen mit meinem Hund kann ich „runterfahren“ und mich erholen.