Flugangst überwinden durch Hypnose-Coaching

In Deutschland leiden zwischen 20 und 30 % der Bevölkerung unter Flugangst. Aviophobie trifft Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen. Betroffen sind „Erstflieger“ und „Vielflieger“, Kinder, aber auch Geschäftsleute, die aus beruflichen Gründen häufig fliegen müssen. In einer französischen Studie wird geschätzt, dass in Europa rund zehn Millionen Dienstreisen wegen Flugangst annulliert werden. Über die Anzahl der abgesagten Privatreisen mit dem Flugzeug gibt es keine verwertbaren Daten.

Flugangst kann sich unterschiedlich äußern. Die Symptome reichen von

Körperlichen Reaktionen wie Zittern, An- und Verspannungen, kalten Gliedmaßen, Verdauungsproblemen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Schwindel und Verschwommenheit, Schweißausbrüchen, Bauch- bzw. Magenschmerzen, Kopfschmerzen, veränderte Atmung bis zu Atemnot, weichen Knien, Mundtrockenheit, Harn- und Stuhldrang, dem aufkommendem Gefühl einen Herzinfarkt zu bekommen, schweren Gliedmaßen und Hyperventilation unter Umständen mit Muskelkrämpfe.

Negativen Gefühlen wie die Empfindung, „verrückt“ zu werden, einer starken Nervosität und Gereiztheit, Aggressivität gegenüber der Familie, Mitreisenden oder Mitarbeitern am Counter und im Flugzeug, Überreaktionen bei Geräuschen im Flugzeug und dem Gefühl, gleich zu kollabieren.

Natürlich sind diese Symptome bei jedem Betroffen unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt Menschen, die fühlen „lediglich“ ein Unwohlsein, während andere schon beim Gedanken an das Fliegen, kurz vor einer Panikattacke stehen. Auch der Zeitpunkt, wann diese Anzeichen auftreten, ist individuell verschieden. Bei dem einen treten die Symptome während des Starts oder der Landung auf, bei anderen nur während des Reiseflugs in der Erwartung von Turbulenzen. Wieder andere zeigen die Symptome währender der Fahrt zum Flughafen oder sogar schon nach der Reisebuchung, Wochen vor dem Flug.

Die Ursachen für die Flugangst

Die Auslöser für Flugangst sind vielfältig. So kann die Angst vor Kontrollverlust und dem Gefühl, sein Leben in die Hand von fremden Menschen (dem Piloten) zu geben, dieses „negative Gefühl“ verursachen. Geräusche im Flugzeug, deren Ursache nicht zuzuordnen sind und von vielen Betroffenen als Fehlfunktionen gedeutet werden, sind Auslöser und Verstärker der Flugangst.

Schlechte Erfahrungen bei vergangenen Flugreisen wie Turbulenzen, ein Startabbruch oder das Durchstarten eines Flugzeugs, führen – sogar bei Vielfliegern – zur Flugangst. Auch Erzählungen anderer Passagiere über deren Erfahrungen und Erlebnisse während eines Fluges oder aber Bilder und Filmsequenzen in den Medien, können Auslöser sein. Selbst die Beschreibung von Flugzeugkatastrophen in Büchern oder einschlägigen Filmen können dafür verantwortlich sein.

Die Gefühle in einem Flugzeug eingesperrt zu sein und sich nicht aus der Situation befreien zu können, führen zu Höhen- bzw. Platzangst und sind in diesem Augenblick ein Synonym für die Flugangst bzw. verstärken diese.

Die Ratschläge, um die Flugangst zu überwinden, reichen von

  • der Vermeidung von Stress vor dem Flug
  • der Wahl des richtigen Sitzplatzes am Gang über den Tragflächen
  • der Notwendigkeit vor dem Flug etwas Leichtes zu essen
  • das Tragen von lockerer und bequemer Kleidung
  • der Möglichkeit, über seine Flugangst zu sprechen
  • dem Erlernen von Entspannungsübungen wie Atemtechniken, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
  • der positiven Ablenkung durch das Lesen eines Buches oder einer interessanten Zeitschrift, das Hören beruhigender Musik und dem Gespräch mit dem Sitznachbarn (nur nicht über die vermeintlichen Gefahren des Fliegens!)
  • häufigem Fliegen, um durch einen Gewöhnungseffekt die Angst zu reduzieren.

Diese Tipps sind zweifelsohne hilfreich und führen langfristig möglicherweise zum Erfolg. Nur werden damit auch die Ursachen der Flugangst beseitigt? Die Psychologin Darina Augapfel von der Agentur Texter-Millott gibt im Auftrag der Lufthansa Seminare gegen Flugangst. In einem Interview in der Online-Zeitschrift „Mobil-e“ der Krankenkasse BKK Mobil stellt sie fest, dass meistens eine ganz andere Ursache (hinter der Flugangst) steckt, „die derjenige nicht erkennt. Stattdessen verknüpft und verinnerlicht der Betroffene Angst, die er in dieser Situation hatte, mit der Umgebung. Betritt er dann ein Flugzeug, kommen alle Gefühle wieder hoch. Wir sprechen hier von einem Konditionierungseffekt.“

Mit anderen Worten: die Ursache für Flugangst findet sich in Situationen des Lebens, die häufig gar nichts mit der Situation „Fliegen“ zu tun hatten. In dieser speziellen und individuell unterschiedlichen Situation hat sich ein negatives Gefühl, die Angst entwickelt, die beim Fliegen oder schon bei der Erwartung des Fliegens wieder „hochkommt“. Und genau diese Situation ist die Ursache für die Aviophobie. Um sie zu finden und zu neutralisieren, eignet sich die regressive Hypnose. Hier wird die ursächliche Situation (und weitere Konditionierungen) gesucht, in das Bewusstsein gebracht und neutralisiert.

Ich bin von vielen Klienten angesprochen worden, ob es nicht möglich wäre, sie auf einem ersten Flug nach der Hypnosebehandlung zu begleiten. Die Lufthansa bietet solche individuellen Coachingflüge nach deren Seminaren an und folgert, dass „im nächsten und entscheidenden Schritt für den nachhaltigen Erfolg des Seminars… der Teilnehmer seine bisherige Angstbarriere überwinden und am Abschlussflug teilnehmen“ sollte. Ein solcher Abschlussflug nach einem Seminar ist eine Konfrontationsmaßnahme, wie wir sie aus der Verhaltenstherapie kennen. Ich werde meinen Klienten solche Flüge zukünftig ebenfalls anbieten. Bei mir geht es aber nicht über die Überwindung der Angst (diese wurde durch die Hypnosetherapie schon überwunden), sondern um die Vermittlung von Sicherheit und Vertrauen. Meine Funktion sehe ich darin „quasi als Sicherheitsnetz“ zu dienen und dem Klienten zu vermitteln, im Notfall bist du nicht alleine, aber du wirst sehen, dass keine Angst mehr vorhanden ist. Mein genaues Vorgehen bei der Behandlung von Flugangst, können Sie dem folgenden Videoclip entnehmen.